Geschichte

Die Geschichte vom Kronenwirt

Die Ursprünge des Hauses reichen ins 15. Jahrhundert zurück; das genaue Baujahr ist nicht mehr feststellbar. Das Haus wurde 1728 urkundlich als „Schreiberhäusl“ erwähnt. 1729 hieß es erstmals „Gasthaus zur Krone“ und wurde seitdem als Gasthaus geführt.

Das alteingesessene Gasthaus hat anstelle des ortsüblichen Stuhldaches ein Sparrendach, wobei es sich um eine für Tirol ungewöhnliche alemannische Dachkonstruktion handelt, die bei einem Um - und Ausbau des Hauses in der 2. Hälfte des 18. Jahrhunderts entstanden sein dürfte. Der aufmerksame Beobachter kann von der Nordseite aus den Aufreiter erkennen, auf dem das Dreieck der Dachkante aufsitzt. Das Sparrendach gilt in Mittel- und Nordeuropa als die älteste Form der Dachkonstruktionen, und wurde vor allem bei kleinen Gebäudetiefen von 7 bis 8 Metern und einer Dachneigung von rund 30° gebaut.

Vom „Kronenwirt“ stammen tüchtige Gastwirte, die sich um das Allgemeinwohl der Gemeinde Partschins verdient gemacht haben:
Alois Gamper, von 1901- 1908 Obmann und Kassaleiter aus der Pionierzeit der lokalen Raiffeisenkasse und Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Partschins (1895 - 1902). Von 1891 bis 1919 befand sich beim „Kronenwirt“ der erste Kassasitz der Raiffeisenkasse.
Simon Gamper (1882- 1979) war von 1922- 1926 Bürgermeister der Gemeinde Partschins. Er war übrigens der letzte nach dem Ersten Weltkrieg demokratisch gewählte Bürgermeister, wurde von den faschistischen Machthabern abgesetzt, und an seine Stelle trat ein italienischer Amtsbürgermeister (Podesta`). Simon Gamper war auch verdienter Obmann der Raiffeisenkasse (1944 - 1960).

Gamper konnte sich noch gut an den Schreibmaschinenerfinder Peter Mitterhofer (1822-1893) erinnern, der ihm sogar das Spielen auf der Gitarre beibrachte. Mitterhofer war nicht nur ein genialer Bastler und Erfinder, er war auch sehr musikalisch und konnte auf allen Musikinstrumenten, die damals in Meran und Burggrafenamt üblich waren, spielen. Nach mündlicher Überlieferung waren es 14 Musikinstrumente, die er sich selbst anfertigte, da ihm das Geld zum Ankauf derselben fehlte. Der Tausendsassa trat in den Gasthäusern der Gemeinde Partschins und der Umgebung als „Sänger, Musikant, Tonkünstler und Bauchredner“ auf. Wie Zeitzeugen berichteten, gab er beim „Kronenwirt“ besonders oft Abendkonzerte, da ihn die Wirtsleute gut bewirteten und honorierten.

Zu Ehren ihres großen Sohnes, Peter Mitterhofer, hat die Gemeinde Partschins im Jahre 1997 ein Schreibmaschinenmuseum errichtet, welches betreffend Ausstattung und Design zweifelsohne weltweit das schönste und größte dieser Art ist; es nennt sich daher zu Recht „Weltmuseum der Schreibmaschine“. Das Museum zeigt Leben und Werk des berühmten Schreibmaschinenpioniers und die faszinierende Geschichte der Schreibmaschine, die rund 120 Jahre gedauert hat. Das Schreibmaschinenmuseum zeigt  ein Stück Kulturgeschichte der gesamten Menschheit, ein Stück Weltgeschichte!  

Ewald Lassnig